Häufige Erkrankungen der Haare: Ursachen und Therapieansätze

Häufige Erkrankungen der Haare: Ursachen und Therapieansätze

Erkrankungen der Haare können unterschiedlichste Ursachen haben und führen zu Haarausfall, Entzündungen oder brüchigen Strukturen. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über zentrale Krankheitsbilder und gängige Therapieoptionen.


Die Haare erfüllen nicht nur eine ästhetische Funktion, sondern dienen auch dem Schutz der Kopfhaut vor mechanischen Einflüssen und UV-Strahlung. Verschiedene Erkrankungen können den Haarwuchs, die Struktur und das Aussehen beeinflussen. Zu den häufigsten Problemen zählen Haarausfall, Entzündungen und brüchiges Haar. In diesem Beitrag werden zentrale Störungen wie Alopecia, entzündliche Erkrankungen, mechanische Schäden und psychische Auslöser vorgestellt. Zudem erhalten Sie einen Überblick über diagnostische Schritte und gängige Therapieansätze.

Alopecia

Die Alopecia umfasst verschiedene Formen des Haarverlusts wie androgenetische Alopezie, Alopecia areata und diffusen Haarausfall. Bei der androgenetischen Alopezie spielen genetische Faktoren und hormonelle Einflüsse eine zentrale Rolle. Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Haarfollikel angreift, was zu runden kahlen Stellen führt. Telogenes Effluvium entsteht häufig durch Stress, hormonelle Umstellungen oder Mangelzustände. Eine gezielte Anamnese und Laboruntersuchungen helfen, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren.

Entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut

Seborrhoische Dermatitis und Pilzinfektionen greifen oft die Kopfhaut an und äußern sich durch Schuppenbildung, Rötung und Juckreiz. Bei einer seborrhoischen Dermatitis ist das Hautbild fettig und schuppig, während sich bei Pilzinfektionen häufig ringförmige Hautveränderungen zeigen. Entzündliche Prozesse können die Haarwurzeln schwächen und zu diffusem Haarausfall führen. Eine mikroskopische Untersuchung und Abstriche können helfen, zwischen bakteriellen und mykotischen Erregern zu unterscheiden. Anschließend kommen entzündungshemmende, antimykotische oder antiseptische Präparate zum Einsatz.

Mechanische und psychogene Haarschäden

Übermäßiges Styling, enge Zöpfe und häufiges Föhnen können zu mechanischen Schäden wie Haarbruch und Spliss führen. In einer Trichotillomanie raufen Betroffene wiederholt eigene Haare aus, was kahle Stellen zur Folge haben kann. Auch exogen bedingte Schädigungen durch chemisches Glätten oder aggressive Pflegeprodukte schwächen die Haarstruktur langfristig. Eine Verhaltens- oder Psychotherapie kann bei psychogenem Haarausfall unterstützend wirken, während bei mechanischer Belastung schonende Frisurtechniken und Pflege mit nährstoffreichen Shampoos förderlich sind.

Diagnose und Therapie

Zur Diagnose von Haarerkrankungen gehören neben der ausführlichen Anamnese die Trichoskopie, Laboruntersuchungen und gegebenenfalls eine Biopsie der Kopfhaut. Die Therapie richtet sich nach der Ursache: Bei hormonell bedingtem Haarausfall können medikamentöse Hormonmodulatoren erwogen werden, während bei entzündlichen Erkrankungen entzündungshemmende und antimykotische Maßnahmen im Vordergrund stehen. Nährstoffdefizite lassen sich durch eine ausgewogene Ernährung und gezielte Supplemente ausgleichen. In schweren Fällen unterstützen Dermatologinnen und Dermatologen oder spezialisierte Haarchirurginnen und -chirurgen mit weiterführenden Behandlungsoptionen.