Entzündungen von Gehirn, Rückenmark und Nerven
Entzündungen des zentralen und peripheren Nervensystems können vielfältige Ursachen haben und erfordern eine sorgfältige Diagnostik und Therapie. Erfahren Sie mehr über typische Symptome, Diagnoseverfahren und Behandlungsmöglichkeiten.
Entzündungen im Bereich von Gehirn, Rückenmark und Nerven stellen eine ernstzunehmende Herausforderung in der Neurologie dar. Sie können durch virale oder bakterielle Erreger, aber auch durch autoimmune Prozesse ausgelöst werden. Die Symptomatik reicht von Kopfschmerzen und Fieber bis zu motorischen Ausfällen und Sinnesstörungen. Ein frühzeitiges Erkennen ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung und verbessert die Prognose, da unbehandelte Entzündungen bleibende Schäden verursachen können.
Enzephalitis
Bei einer Enzephalitis ist das Gehirn selbst betroffen. Häufige Erreger sind Herpesviren oder Arboviren. Typische Symptome sind hohes Fieber, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen. Betroffene können auch neurologische Ausfälle wie Sprachstörungen oder Gangunsicherheiten aufweisen. Eine rasche stationäre Versorgung mit liquordiagnostischer Abklärung und gezielter antiviraler Therapie ist essenziell, um schwere Komplikationen zu verhindern.
Myelitis
Myelitis bezeichnet eine Entzündung des Rückenmarks, die zu motorischen und sensorischen Defiziten führen kann. Symptome umfassen akute Rückenmarksschmerzen, Lähmungen sowie Blasen- und Mastdarmstörungen. Ursache können direkte Erregerbefälle, postinfektiöse Immunreaktionen oder chronisch-entzündliche Erkrankungen sein. Die Diagnose erfolgt via Magnetresonanztomographie (MRT) und Liquoranalysen. Eine frühzeitige Behandlung mit Kortikosteroiden und unterstützender Rehabilitation ist entscheidend.
Neuritis
Als Neuritis werden Entzündungen peripherer Nerven bezeichnet. Polyneuropathien können multifokal oder symmetrisch auftreten und äußern sich in Gefühlsstörungen, Kribbeln und brennenden Schmerzen. Eindimensionale Neuritis etwa am Sehnerv führt zu Sehstörungen und Schmerzen bei Augenbewegungen. Ursachen sind Diabetes mellitus, Infektionen oder Impfreaktionen. Eine genaue neurologische Untersuchung, Elektrophysiologie und gegebenenfalls Nervenbiopsien sind wichtige Bestandteile der Abklärung.
Diagnose und Therapie
Die Diagnosesicherung umfasst Blutuntersuchungen, Liquoranalyse und bildgebende Verfahren wie MRT. Mikrobiologische Tests helfen, mögliche Erreger zu identifizieren. Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Virale Entzündungen werden mit antiviralen Medikamenten behandelt, bakterielle mit Antibiotika. Immunmodulatorische Maßnahmen wie Kortikosteroide oder Plasmapherese kommen bei autoimmunen Formen zum Einsatz. Eine interdisziplinäre Betreuung und physiotherapeutische Maßnahmen unterstützen die Genesung.